Foto: © Erich Echter
Jedes Jahr kommen tausende Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Region und darüber hinaus nach Inchenhofen, um den traditionellen Leonhardiritt mitzufeiern. Er bildet den Höhepunkt des Leonhardifestes und findet immer an dem Sonntag im November stattfindet, der dem 6. November am nächsten ist.
Die Wallfahrt zum hl. Leonhard zu Inchenhofen ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Die Kirche war damals ein bedeutendes Ziel für Pilgerinnen und Pilger und gilt als älteste und wichtigste Leonhards-Wallfahrt in Deutschland.
Lichterprozession und Pontifikalamt
Am Vorabend des Leonhardiritts findet ein feierlicher Gottesdienst mit anschließender Lichterprozession durch den Markt Inchenhofen statt.
Bevor der Leonhardiritt am Tag darauf dann startet, wird in der Wallfahrtskirche St. Leonhard das Pontifikalamt eine besonders feierliche Messe, gefeiert. Der Gottesdienst wird dabei von einem Bischof oder Priester mit Pontifikalien – wie dem Bischofsstab – geleitet. Diese Tradition verleiht dem Leonhardifest seinen besonderen, feierlichen Charakter. Beide Gottesdienste sind öffentlich zugänglich.
Die Reliquien des heiligen Leonhard, werden bis heute in der Wallfahrtskirche St. Leonhard aufbewahrt.
Traditioneller Leonhardiritt
Der Leonhardiritt startet dann am frühen Sonnntagnachmittag. Auch der Bischof der Diözese Augsburg und weitere Geistliche nehmen regelmäßig teil – manchmal sogar hoch zu Ross. Ehrengäste, Vertreterinnen und Vertreter der Bayerischen Staatsregierung sowie zahlreiche Besucher begleiten den Umzug.
Rund 200 Pferde, mehrere Blaskapellen und Trachtengruppen ziehen dann durch die kleine Marktgemeinde Inchenhofen. Die prachtvoll geschmückten Festwägen zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Leonhard, der Wallfahrtsgeschichte Inchenhofens und dem ländlichen Alltag vergangener Zeiten. 50 Statistinnen und Statisten, auch Kinder, stellen verschiedene Szenen aus dem Leben des heiligen Leonhard nach. Dabei verharren sie während des gesamten Umzugs regungslos in ihrer Pose.
Die prächtigen Gewänder und die aufwändig gestalteten Festwägen machen den Leonhardiritt zu etwas ganz Besonderem. Von der Tribüne gegenüber der Kirche werden die Darstellungen erklärt. Den feierlichen Abschluss des Leonhardiritts bildet die Pferdesegnung und das gemeinsame Singen der Bayernhymne – ein bewegender Moment für die Umzugsteilnehmer und Gäste
Historischer Hintergrund
Der Leonhardiritt in Inchenhofen geht auf das Jahr 1459 zurück. Damals führte der Fürstenfelder Abt Paul Herzmann den Ritt zu Ehren des heiligen Leonhard ein – und begründete damit den ältesten Leonhardiritt in ganz Bayern.
Ursprünglich wurde der feierliche Umzug im Bereich der Wallfahrtskirche St. Leonhard abgehalten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Ritt von einer rein religiösen Prozession zu einem großen Volks- und Wallfahrtsfest, das Gläubige, Reiter und Besucher aus der ganzen Region anzieht. Trotz vieler Veränderungen ist der Glaube an den Schutzpatron der Bauern und Tiere der zentrale Gedanke geblieben.
Heute erinnert das Leonhardifest mit dem Leonhardiritt an diese jahrhundertealte Tradition – ein lebendiges Zeugnis bayerischer Frömmigkeit, Gemeinschaft und kultureller Identität.
Im Wallfahrts-Museum St. Leonhard gegenüber der prächtigen Wallfahrtskirche St. Leonhard, ist u. a. die Originalfigur des heiligen Leonhards zu sehen.
Info- & Serviceteil
Marktplatz 2, 86570 Inchenhofen
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