Wittelsbacher Land.

So ist Bayern.

 

Die „Wiege Altbaierns“ wird der Landkreis Aichach-Friedberg genannt, der 1972 bei der Gebietsreform entstand. Aus Großteilen der damaligen Landkreise Aichach und Friedberg sowie aus Teilen der früheren Landkreise Fürstenfeldbruck, Neuburg a. d. Donau und Schrobenhausen wurde der neue Landkreis gebildet. Hier wird, obwohl der Landkreis zum Regierungsbezirk Schwaben gehört, bayerisch gesprochen. Denn historisch betrachtet gehört dieser Raum zu Altbaiern.

Wie entstand der Name „Wittelsbacher Land“?

Der Begriff „Wittelsbacher Land“ knüpft an die Geschichte unserer Region an. Die „Wiege Altbaierns“ ist auch die „Wiege der Wittelsbacher“. Die Wittelsbacher, die über 700 Jahre als Herzöge, Kurfürsten und Könige bayerische Geschichte prägten, hatten ihren Stammsitz in Oberwittelsbach bei Aichach. Der Ort gab dem Herrschergeschlecht somit seinen Namen. Noch heute steht die Burgkirche in Oberwittelsbach an der ehemaligen Stammburg der Wittelsbacher, die nach dem Königsmord in Bamberg 1209 geschleift wurde.

Der Begriff „Wittelsbacher Land“ entstand Mitte der 90er Jahre durch den Vorschlag des damaligen Dasinger Bürgermeisters Matthias Feiger. Diese Idee 
wurde von den Bürgermeistern des Landkreises und Landrat Dr. Theo Körner aufgegriffen und in den Folgejahren vertieft und mit Leben erfüllt. Heute ist der Name „Wittelsbacher Land“ ein Markenzeichen für die mit dem Landkreis identische Region.

Vielfältige Region mit bunter Geschichte

Ab dem 7./8. Jahrhundert war der Landkreis bis zum Lech von den Bajuwaren besiedelt. Die bei Aichach liegende Burg" Wittelsbach" gab dem tausendjährigen Herrschergeschlecht der Bayern ihren Namen. Die Burg Wittelsbach war fast zwei Jahrhunderte Mittelpunkt einer pfalzgräflich wittelsbachischen Herrschaft; sie wurde jedoch geschleift, als der Stauferkönig Philipp von Schwaben 1208 ermordet wurde und Pfalzgraf Otto VIII. des Mordes verdächtigt wurde. Noch heute sind auf dem Burghügel eine wunderbar ausgestattete Sühnekirche des 15. Jahrhunderts und ein Gedenkstein zu besichtigen.

Der erste urkundlich erwähnte Ort im Landkreis Aichach-Friedberg ist Adelzhausen. Vor mehr als 1200 Jahren, im Jahre 782, wurde es als "Adalhelmeshusir" verzeichnet. Aichach ist vermutlich bereits seit 1235 Stadt. Inchenhofen, Aindling und Kühbach werden um 1392 erstmals als Märkte bezeichnet. Die Stadt Friedberg wurde im Jahre 1264 gegründet. Die Burg und die Bürger hatten die herzogliche Zollstelle bei der Lechbrücke zu schützen. Zwar wurde Friedberg wiederholt niedergebrannt, die Stadt erfuhr jedoch im Jahre 1414 einen beachtlichen Aufschwung durch die Erhebungn zum Hauptort eines eigenen Landgerichtes.Das Aichacher Land wurde mehrmals von Kriegen heimgesucht: 1420 wurde das Aichacher Land weitgehend verwüstet, aber auch im 30-jährigen Krieg (1618-1648) blieben Aichach und die Region nicht verschont. Zusätzlich brachte die Pest große Bevölkerungsverluste. Und auch im 18. Jahrhundert litt das Gebiet unter dem Spanischen und dem darauffolgenden Österreichischen Erbfolgekrieg.

1875 wurde mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Augsburg-Ingolstadt begonnen.
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Aichach und Friedberg. Der Landkreis Friedberg wurde 1944 dem Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt.
 
Am 1. Juli 1972 kam auch der überwiegende Teil des Landkreises Aichach nach Schwaben, wo er mit dem Landkreis Friedberg sowie einzelnen Gemeinden angrenzender Landkreise zum (provisorischen) Landkreis Augsburg-Ost vereinigt wurde. Der Kreistag entschied sich jedoch für eine Namensänderung und dafür, den Sitz des Landratsamtes nach Aichach zu verlegen. Der Landkreis erhielt somit am 1. Mai 1973 seinen heutigen Namen Landkreis Aichach-Friedberg.